Summer School: Mein Kulturschock in Wien

20. Juli 2022

Eldin
Eldin Sahilović (18)

Wenn ich die Emotionen die ich fühlte, als ich das erste Mal in Wien ankam, in ein Wort fassen könnte, wäre es einfach: Kulturschock. Die größte Stadt, in der ich bis dahin jemals gewesen war, hatte gerade mal um die 15.000 Einwohner, also im Vergleich zu Wien war sie ein kleines Kaff. Dort leben gefühlt mehr Kühe als Menschen, und da kam es auch nicht überraschend das mich Wien mit seinen fast 2.000.000 Einwohnern komplett umgehauen hat.

Egal, ob es die beeindruckende Architektur, die Straßenbahnen oder einfach so etwas Simples, wie eine Rolltreppe ist, die Faszination, die mein siebenjähriges Ich verspürte, war riesig. Alles schien anders, die Luft roch anders, selbst das Wasser schmeckte hier anders. Andere Sprache, andere Kultur, andere Sitten, andere Werte. Da ich aber sehr jung war, gewöhnte ich mich schnell an alles.

Vom Stoff her unterscheidet sich die Schulbildung kaum. Bis auf das kyrillische Alphabet lernt man dort mehr oder weniger das gleiche wie hier. Im Angesicht dessen, dass in meiner Heimat das meiste technische Equipment, dass hier für selbstverständlich gehalten wird, fehlt, wird anders unterrichtet als hier. Die Lehrer dort sind strenger, haben aber auch mehr Humor und Verständnis.

Früher sind die Kinder in Bosnien in zwei Schichten in die Schule gegangen, weil viele Schulen schlicht zu klein waren um alle auf einmal aufzunehmen. Jetzt aber sind die Schulen so leer, das teilweise zwei Klassen in selbem Saal unterrichtet werden können. Jeder, der kann, verlässt das Land in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Die meisten die jetzt dort leben sind Pensionisten und ehemalige Gastarbeiter.

 

Eldin Sahilović ist 18 Jahre alt und geht in eine BHAK.

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