Ist die "Heute" ausländerfeindlich?

Im Laufe unserer Projektwoche "Redaktion 2 Go" hatten wir die Möglichkeit, die Redaktionsräume von der "Heute"-Zeitung zu besuchen. Ich selbst bin ein regelmäßiger Leser dieser Gratiszeitung, die in der U-Bahn erhältlich ist.

Ich lese es gerne, weil ich dadurch einen Überblick bekomme, was auf der Welt und in Wien passiert ist. Am liebsten Politik und Wirtschaft. Dabei muss ich mich öfters ärgern - und zwar über die Die einseitige Darstellung von Islam und Migranten in der "Heute"-Zeitung. Darauf möchte ich die Journalisten ansprechen und dieses Thema mit ihnen diskutieren.

Wir kamen in den Red. Räumen an, die sich auf der Heiligenstädtler Lände befinden. Dort fuhren wir mit dem Lift in den sechsten Stock und bekamen gleich eine Führung durch die Redaktion. Wir haben gesehen, wie die Zeitung entsteht, dabei hatte jeder Redakteur einen eigenen Artikel auszuarbeiten. Wir schauten ihnen über die Schulter und stellten Fragen. Die meisten von den Journalisten saßen am PC und telefoniert etwas gestresst.

Unsere Führung endete im Besprechungsraum, wo der stv. Chefredakteur sich unsere Fragen stellte. Herr Lattinger erzählte uns von skurrilen Fällen, zum Beispiel, über den Fall, bei dem der vermeintliche, auf der Flucht befindliche, vermeintliche Mörder die Heute-Zeitung angeklagt hat. Sie hatte geschrieben, der Mann sei ein Mörder. Aber das durfte sie gar nicht, weil es noch keinen Prozess gab.

Dann wollte ich unbedingt Herrn Lattinger mit der ausländerfeindlichen Berichterstattung konfrontieren. Ich habe ihm Fragen gestellt, warum man immer erwähnen muss, dass der Täter ein Ausländer oder ein Moslem ist. Bei Österreichern wird das gar nicht erst erwähnt. Herr Lattinger argumentierte, dass es nicht beabsichtigt ist, Migranten schlecht darzustellten, weil ja selbst viele Heute-Leser Migranten sind. Außerdem sei es ok, die Natiolität zu erwähnen, wenn die Verbrecher direkt aus zB Osteuropa kommen und in Österreich Straftaten begehen. Er ging aber nicht direkt auf meine Frage ein und wechselte sofort das Thema.

Ich bin skeptisch, weil ich glaube, dass man einen Fehler nicht so oft wiederholen kann, wie es die Zeitung tut. Ich denke, jeder Mensch macht Fehler, weil das zu einem Menschen gehört. Man sollte immer die einzelnen Personen kritisieren, anstatt seine Herkunft oder Religion zu beschuldigen. Ich hoffe, dieses Motto befolgt auch die "Heute"-Zeitung in Zukunft. Dann werde ich sie weiterhin lesen.

 

 

 

Hamzat Okuev, Bekir Arslan und Murat Yalcin gehen in die 4B der NMS Pazmanitengasse. Während sie diesen Beitrag schreiben, hören sie "Wir f***** die Szene" von Farid Bang.

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