Die Zukunft des Fußballs gehört den Frauen

11. September 2014

2:1 gegen Deutschland. 4:0 gegen Rumänien. Gruppensieger bei EM- Quali. Diese Ergebnisse klingen für die österreichische Nationalmannschaft unerreichbar. Für das U17- Frauenteam sind sie Realität. Frauenfußball in Österreich hinkt Ländern wie Deutschland und der USA hinterher. Aber nicht Ergebnis-technisch, sondern medial.

 

Die Frauen und das runde Leder

Fußball hat sich längst im Zentrum unserer Gesellschaft positioniert. Es liegt auf der Hand, dass sich auch junge Mädchen für den selbsternannten Volkssport begeistern. Während unsere Männer auf dem Rasen eher magere Erfolge feiern, kämpft sich das weibliche Pendant immer höher an die Weltspitze heran. Doch was steht im Fokus?  Medien stürzen sich auf den Wechsel eines Rubin Okotje  in die zweite deutsche Bundesliga. Dass unsere Damen weltweit verstreut und in Top-Teams gut positioniert bekommt dabei kein Gehör.

David Alaba, als Paradebeispiel, feiern wir wie einen Nationalhelden, weil er sich in Deutschland durchsetzen konnte. Spielt Bayern München im Champion’s League Finale werden ihm zu Ehren sogar Neologismen wie „FinAlaba“ kreiert. Was die wenigsten wissen: Auch vier Österreicherinnen stehen beim deutschen Rekordmeister unter Vertrag.

 

Rosa Fußballschuhe und lackierte Fingernägel

Weiblichkeit und Fußball stehen keinesfalls in Konkurrenz. Sowie es um dieses Thema geht kommen umgehend die bierbäuchigen Fußball-Machos aus den Bezirksliga-Kantinen, um ihre Expertenmeinung preiszugeben: „Frauen sollten Tennis spielen, sonst machen sie nur den schönen Rasen kaputt.“ oder „Frauen und Fußball- des konn si ja keina anschaun“ sind die Klassiker unter den Kommentaren.
Doch der Spielbetrieb der Frauen ist qualitativ hochwertig, taktisch den maroden Strukturen der männlichen Happel- Generation weit überlegen und vor allem eins: attraktiv!

Nicht nur das Zaubern am Ball ist etwas für das Auge. Frauen bleiben nun mal Frauen und machen sich vor einem Spiel auch Gedanken, dass die Farbe der Fingernägel zum Trikot passt. Der Ästhetik-Punkt geht an sie.

 

Jugend fördern – Siege feiern!

So einfach ist das Erfolgsrezept in jeder Sportart. Im Jahr 2011 scheint das auch der ÖFB verstanden zu haben und erbringt einen Meilenstein im Frauenfußball. Der Bund errichtet das nationale Frauenzentrum St.Pölten. Damit besteht in Österreich erstmals die Möglichkeit einer elitären Ausbildung im Mädchen- und Frauenfußball. Schlafen, Essen, Schule, Fußball, Schlafen, Essen… So sieht der Alltag einer Spielerin des Internats aus. Als Mekka für junge Talente umfasste das Zentrum im vergangenen Jahr 50 Spielerinnen. Auch der Andrang auf das diesjährige Auswahlverfahren war enorm. 

 

Mein Plädoyer für die Zukunft

Das Frauenzentrum ist eine Initiative in die richtige Richtung. An den Erfolgen der U-17 Mannschaft kann man erkennen, wie lukrativ solche Investitionen sind. Die Zuschauer können nach nur drei Jahren eine eindeutige Qualitätssteigerung im Nachwuchs erkennen. Ich spreche aus eigener Erfahrung, da ich in der Bundesliga oft auf einige Akademie-Spieler treffe, wenn ich sage: Da kommt etwas auf Österreich zu.

Da es leider nicht reicht in der Weltrangliste 15 Plätze über den Männern und in der Champion‘ s League unter den ersten acht zu sein, um mediale Aufmerksamkeit zu bekommen, vertraue ich auf diese Spielerinnen. Diese junge Generation wird Erfolge nach Österreich holen, die es wert sind sie in den Mittelpunkt der Medien zu rücken, wenn auch nur für eine Woche. Das hoffe ich für alle Frauen im Fußball. Ich hoffe es für alle Frauen, wie mich, die ihren gesamten Tag nach ihrem Training richten, die am Wochenende nicht auf Partys können, weil sie sich auf ihr Match vorbereiten können, ständig dumme Sprüche hören müssen und trotzdem für den Fußball leben.

 

Fernsehtipp: Österreich - Kasachstan, Fußball-WM-Quali für Frauen, 17.9. um 17:50 - ORF Sport+

Kommentare

 

wow olivia! sau guter post, macht richtig spaß zu lesen :) man merkt, dass du für den fußball lebst! i like! herzblut herzblut herzblut!

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