Erdbeben in der Türkei - eine Betroffene berichtet aus Gaziantep

06. Februar 2023
 
von Şeyda Gün 
 
„Für einen Moment dachte ich, mein Leben ist vorbei, ich werde sterben“, berichtet mir meine Cousine Nazan aus Gaziantep. Am frühen Montagmorgen erschütterten schwere Erdbeben den Südosten der Türkei und Teile von Syrien. Nach Angaben der türkischen Katastrophenschutzbehörde Afad ereignete sich in der türkischen Provinz Kahramanmaraş an der Grenze zu Syrien, ein Erdbeben in Stärke von 7,8 und kurz danach auch in der Provinz Gaziantep mit einer Stärke von 6,4.
 
 
" Wir wurden aus dem Schlaf gerissen, als auf einmal alles in der Wohnung begann umzufallen. Mir wurde sofort klar, dass wir gerade ein Erdbeben erleben. Es dauerte circa zwei Minuten. Als alles wieder stillstand, zogen mein Mann und ich sofort unsere Jacken an, um unsere Wohnung zu verlassen, denn wir wussten, dass ein Nachbeben folgen könnte. Wir verließen unsere Wohnung im 7. Stock und versuchten so schnell wie möglich das Gebäude zu verlassen und liefen die Stiegen hinunter, doch dann kam es erneut zu einem Erdbeben. Das ganze Gebäude wackelte - ich habe versucht, mich an dem Geländer der Stufen festzuhalten und betete einfach nur, dass wir es hier heil hinausschaffen und nicht in den Trümmern vom Gebäude verschluckt werden.“ Nazan hat es schlussendlich geschafft, sich und ihren Mann in Sicherheit zu bringen. „Viele Gebäude sind eingestürzt, Rettungsteams suchen in den Trümmern verzweifelt nach Verschütteten. Momentan fühlt sich alles an wie ein Alptraum“, sagt Nazan. 
Nach Angaben des türkischen Innenministers sind mehrere Provinzen vom Erdbeben betroffen. Darunter Adana, Malatya, Adıyaman, Osmaniye, Hatay, Kilis, Şanlıurfa und Diyarbakır. In Syrien sind Aleppo, Latakia und Tartus von dem Erdbeben erschüttert worden. 
 
Die türkische Regierung gab bekannt, dass es bereits über 912 Tote und 5385 Verletzte gibt. Viele Rettungsteams sind bereits vor Ort um Betroffenen Hilfe zu leisten. Außerdem wurde Alarmstufe vier ausgerufen, somit wird um internationale Hilfe gebeten. Zahlreiche Organisationen haben Hilfsausrufe gestartet, darunter auch das Rote Kreuz.
Foto: Privat
Foto: Privat
 
Das Rote Kreuz bittet dringend um Spenden:
Österreichisches Rotes Kreuz
IBAN: AT57 2011 1400 1440 0144
BIC: GIBAATWWXXX
Erste Bank: BLZ: 20.111
Kennwort: Katastrophenhilfe

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