Ein dynamisches Beziehungsdrama: EMA

27. Oktober 2020

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Ema
"Ema" überzeugt mit besonderer Tiefe der ProtagonistInnen und dynamischen Tanzszenen. Mariana Di Girolamo brilliert als Titelfigur Ema. (C) Filmladen Filmverleih

Alle auf ihre Position: Im Film „Ema“ versucht eine junge Tänzerin, ihre Familie zu retten, und durchquert dabei das gesamte Gefühlsspektrum von absoluter Euphorie, bis hin zu abgrundtiefer Rachsucht.

Die junge Tänzerin Ema und ihr zwölf Jahre älterer Partner und Choreograph Gastón stecken in einer tiefen Ehekrise, nachdem ihr sechs Jahre alter Adoptivsohn Polo ihr Familienhaus in Brand gesteckt hatte und Emas Schwester schwere Verbrennungen davon trug. Polo wird durch das Jugendamt wieder zur Adoption freigegeben und für das Ehepaar beginnt ein emotionales Martyrium. Die Beziehung kreiselt mit Schuldgefühlen und Schuldzuweisungen, Verurteilung und Vergebung, Misstrauen und Sehnsucht langsam in einen dunklen Abgrund – was bald auch in der hippen Tanzkompanie zu spüren ist, in der Ema tanzt und Gastón choreographiert.

Wann immer Ema (fabelhaft gespielt von Marina Di Girolamo) mit ihren platinblonden, zurückgekämmten Haaren, den Raver-Tops und Adidas-Trackpants auf die Bildfläche tritt, elektrisiert sie die Zuschauer. Ob mit ihrem spitzbübischem Lächeln oder dem nachdenklichen Blick in die ungewisse Zukunft. Genau dieser Anziehungskraft ist Ema sich durchaus bewusst, und setzt sie gekonnt ein, um etwa eine Notarin zu verführen, die ihre Scheidung in die Wege leiten sollte. Und die ist nur eine von vielen. Ema spinnt mit großem Kalkül ein kompliziertes, aber wirksames Netz an Affären, um zu ihrem Glück zu finden – und dazwischen wird selbstverständlich ganz viel getanzt.

Ema
Ema (Mariana Di Girolamo) und Gastón (Gael García Bernal) sind nicht nur verheiratet, sondern auch Kollegen in einer Reggaeton-Tanzgruppe. Das sorgt für Spannung. (C) Filmladen Filmverleih

Der chilenische Regisseur Pablo Larraín inszenierte schon große Biopics wie „Jackie“ (2016) und „Neruda“ (2016) und war mit Produktionen wie „No!“ schon bei den Academy Awards in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“ nominiert. Mit „Ema“ hat er eine schnelle, grelle, emotional und sexuell aufgeladene Geschichte einer Beziehung und all ihrer Grausamkeiten wirksam auf die Leinwand gebracht. Auch erwähnenswert: Der Soundtrack zum Film stammt von Nicolás Jaar.

Filmstart: 13. November 2020

Weitere Informationen unter: https://www.filmladen.at/film/ema/

 

 

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