Die Unternehmer aus dem Ausland

05. Oktober 2019

Fehlende Perspektive, ungenutztes Potenzial – vielen MigrantInnen fällt es schwer, sich in ihrem neuen Zuhause selbstständig zu machen und ihre Ideen zu verwirklichen. Wie man sie unterstützt, kann man seit diesem September zum ersten Mal an der Donau-Universität Krems in „Migrant Entrepreneurship Support“ erlernen. 

von Armin Nadjafkhani


Sinn und Motivation der Unterstützung

Laut Lehrgangsleiterin MMag. Isabella Skrivanek gibt es verschiedene migrationsbedingte Barrieren, die Geschäftsideen verhindern oder gefährden. Einerseits sollen MigrantInnen bei rechtlichen Barrieren für die Gewerbeausübung und Selbständigkeit geholfen werden. Andererseits sollen die Unterschiede zu den Herkunftsländern, Kenntnisse der Märkte in den Aufnahmeländern vermittelt werden und Zugang zu lokalen Netzwerken geschaffen werden. Viele Migrantinnen und Migranten sind unternehmerisch tätig und tragen so zur wirtschaftlichen Entwicklung, zur Schaffung von Arbeitsplätzen und der Innovationskraft von europäischen Volkswirtschaften und Gesellschaften bei. Sie haben spezifische Qualifikationen und Kompetenzen, einen Blick von außen und die eigene Migrationserfahrung, die wertvolles Kapital sind.“, meint Skrivanek.

Donau Universität, Krems, Studium, Kurs
Foto: Michael Fasching

Manuel Güll von SINGA Deutschland, die bei der Entwicklung des Lehrgangs mitgewirkt haben, möchte Negativität aus dem Fokus rücken: „Wir blicken auf Potenziale – nicht auf Defizite und haben es uns zum Auftrag gemacht, das Narrativ zur Migration und Flucht zu ändern. Im Moment ist es stark geprägt von Sorge und Angst. Man spricht von Invasion oder Hilfsbedürftigkeit. Dem setzen wir die Leidenschaft, die Potenziale und Erfolge unserer Gründer und Gründerinnen entgegen. Da kommen Menschen, die wahnsinnig viel anzubieten haben für unsere Gesellschaft und das kann man ruhig auch mal sagen.“

Die Skills

Studierende des Lehrgangs „Migrant Entrepreneurship Support“ werden sowohl akademisch als auch praxisfördernd ausgebildet, um selbst Beratungs- und Unterstützungsangebote für Migrant-Entrepreneurs zu planen und umzusetzen. Das umfasst die Beratung von MigrantInnen, wirtschaftliche und rechtliche Rahmenbedingungen und den Aufbau eines Mentoring-angebots. Als großen Benefit vom Lehrgang sehen wir auch, dass die Studierenden selbst Teil eines Netzwerkes werden. Da sie durch den Lehrgang sowohl Kontakt zu TrainerInnen von etablierten Beratungsorganisationen haben als auch mit den anderen Studierenden. Sie bringen sehr unterschiedliche berufliche und persönliche Hintergründe mit und sind Teil eines vielfältigen Netzwerks“, erklärt Skrivanek.

Gruppenarbeit, Uni
Foto: Ewa Bankowska

Der Lehrgang der Donau-Universität Krems wurde gemeinsam mit sieben europäischen Partnern im Rahmen des EU-geförderten Projekts „Magnet“ mitentwickelt. Magnet befasst sich mit der Schaffung bzw. Weiterentwicklung von Angeboten und Instrumenten zur Unterstützung von MigrantInnen, die selbständig werden wollen.

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