3 Min mit Dino Merlin

04. April 2011

Er ist der Eros Ramazotti Balkans und bei allen Volskgruppen gleichermaßen beliebt. Dino Merlin wird beim kommenden Songcontest in Düsseldorf für Bosnien und Herzegowina um den Sieg trällern. Warum sein Lied auf Englisch ist und welche Bedeutung seine Musik für die Diaspora hat, verrät er im biber 3-Min Interview.

Von Amar Rajković

biber: In Österreich genießt der Song Contest einen zweifelhaften Ruf. Das Niveau der auftretenden Interpreten sie unterirdisch, kritisieren Musikexperten. Was hat Dino Merlin dort verloren?

DINO MERLIN: Der Song Contest ist das größte Fernsehspektakel in Europa. Die Kandidaten der 40 Länder bereiten sich seit Monaten auf ihren Auftritt vor. Es geht viel um Show neben der Musik. Also ist dies eine oberflächliche Behauptung – letztes Jahr gab es mindestens zehn sehr gute Lieder.


Ihr Song „Love in Rewind“ ist in englischer Sprache. Warum?

Das Lied ist in Englisch weil es ein universales Thema behandelt. „Love in Rewind“ ist die Lebensgeschichte eines Mannes in mittleren Jahren, der seine Beziehungen Revue passieren lässt und immer wieder auf Fehler und Ungereimtheiten stösst. Das ist normal, jeder Mensch hat seine Makel und Launen. Trotzdem muss man in der Lage sein, über die Fehler hinwegzusehen, das Tape zurückzuspielen und noch einmal auf Play zu drücken.

Von welchen Ländern erwarten sie die meisten Punkte?

Ich denke darüber erst gar nicht nach. Das Lied spricht jeden an und wird hoffentlich sowohl beim Publikum als auch bei der Jury Anklang finden.

Wen sehen sie als größten Konkurrenten?
Der Ball ist rund und der Eurosong Contest bringt oft Überraschungen mit sich. Jeder Teilnehmer ist mein direkter Konkurrent. Ich werde auf jeden Fall alles geben, um zu gewinnen!

Welche Motive stehen hinter Ihren Songtexten?
Seitdem ich denken kann, empfinde ich eine unausstehliche Leere in mir. Das Rezept dagegen habe ich als Kind in Büchern und Liedern gesucht. Heute weiß ich, dass ich dieses Loch mit eigener Musik ausfüllen kann. Das ist die Geburt meiner Texte, die Melancholie des Lebens.


Wie unterscheidet sich das Publikum in der Diaspora zu dem in Ex-Jugoslawien?

Die Menschen im Ausland sind dankbar für jede gespielte Note. Meine Musik stellt eine direkte Verbindung dar – zu ihrer Heimat und damit zu ihrer Identität. Viele haben ihr Hab und Gut im Krieg verloren, außer das „kulturelle Kapital“, das ein wichtiger Teil ihrer Persönlichkeit ist.


Können Sie sich vorstellen, in einer anderen Sprache, außer Englisch, zu singen?

Ich habe schon auf Französisch und Arabisch gesungen. Mal schauen, bei mir weiß man's nie. (lacht)

Fotocredit: HRT/Almin Zrno

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