So ist die Niederösterreichische Landesausstellung 2017

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Alle zwei Jahre fndet die Niederösterreichische Landesausstellung statt. Diesjähriges Thema von 1. April bis 12. November 2017: Alles was Recht ist. biber war vor Ort und hat einiges zu berichten.  

Bei Recht denken viele an ewig lange, stinkfade Gesetzestexte und Geschworene mit weißen Perücken. Staubig und langweilig. So gar nicht die Beschreibung für die Niederösterreichische Landesausstellung 2017. Denn obwohl die Location, das Schloss Pöggstall, acht Jahrhunderte alt ist, fndet die Ausstellung “Alles was Recht ist” einen modernen Zugang. Hut ab, das ist beim Thema Recht nämlich gar nicht so einfach.

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An den Wänden der Ausstellung fndet man Zitate zu Recht, Ordnung und Moral.

Dazu wurde die Ausstellung in fünf Kapitel strukturiert - man geht durch verschiedene Räume und Bereiche des Rechts:

1. Gleiches Recht für alle - beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung von Rechtsordnung und Justizeinrichtung

2. Vergelten oder Versöhnen? - widmet sich dem Thema Strafe und ihrer unterschiedlichsten Formen – im historischen Kontext werden
diese in Bezug zur gegenwärtigen Situation gesetzt.

3. Am Unrecht teilhaben - widmet sich dem Unrecht im Nationalsozialismus

4. Wider die Würde des Menschen - setzt sich mit der historischen Entwicklung der Folter auseinander 

4. Wir haben Recht! - Geschichte der Menschen- und Grundrechte


Besonders sticht heraus, dass die Ausstellung viel Wert auf universelles Design legt. Was das bedeutet? Abgesehen von der physischen Barrierefreiheit gibt es Texte in Proflschrift und Braille, tastbare Objekte, Hörstationen und sogenannte “Leicht Lesen” Ausstellungstexte. Die Niederösterreichische Ausstellung ist interaktiv, man kann Dinge bewegen, angreifen und ausprobieren. Highlight:
Es wurde eine Gefängniszelle nachgebaut, in die man sich hineinlegen kann. Am Anfang interessant, dann ganz schnell bedrängend.  

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In dieser Gefängniszelle bekommt man für eine kurze Zeit das Gefühl, wie es ist in einer 7m² Zelle zu leben. (Foto: Klaus Pichler)

Was würdest du tun?
Besonders spannend ist der Abschnitt “am Unrecht teilhaben”, der den Nationalsozialismus thematisiert. Ausgestellt sind beispielsweise alltägliche Objekte, die auf den ersten Blick keine Verbindung zur Nazizeit zu haben scheinen. Sieht man aber genauer hin, liest man, dass es sich hierbei um die Lieblingsgegenstände von behinderten Personen handelt, die dachten, sie kämen in ein Heim und dann ermordet wurden. Zum Nationalsozialismus findet die Niederösterreichische Landesausstellung noch einen weiteren interessanten Zugang. Es werden drei Männer porträtiert, die Teil der SS waren und einen jeweils komplett anderen Weg gewählt haben, um am Unrecht teilzuhaben oder eben nicht.

Für einen kleinen Aufpreis gibt es einen begleiteten Rundgang, bei dem man viele Hintergrundinfos bekommt, durch die Ausstellung geführt wird und Fragen stellen kann. Manche gehen aber lieber in ihrem eigenen Tempo durch die Ausstellung und schwelgen in ihren eigenen Gedanken. Welcher Typ bist du?

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(il)LEGAL


“Alles was Recht ist” regt auf jeden Fall zum Denken an. Beispielsweise wird die Charta der Grundrechte, die Mutter aller rechtlichen Grundlagen, ausgestellt und gleichzeitig aufgezeigt, wie wir alle dagegen
verstoßen. Als Beispiel dient ein von pakistanischen Kindern für die westliche Welt genähter Fußball für die EM. Tolstoi hat einmal gesagt:

“Die künftigen Generationen werden uns danach beurteilen, wie wir mit den schwächsten der Gesellschaft umgegangen sind.”

Sehr bezeichnend für die Ausstellung “Alles was Recht ist”.

Eintritt
11 Euro, Ermäßigungen und Familientickets erhältlich
Anfahrt aus Wien
Mit dem Auto zum Schloss Pöggstall oder mit dem Zug bis nach Melk und von dort mit dem gratis Shuttlebus direkt zur Niederösterreichischen Landesausstellung.
P.S.: Wenn man schon im Waldviertel ist, gibt es noch vieles in der Gegend zu sehen. Infos unter: waldviertel.at/landesausstellung 2017

 

Dieser Artikel ist Teil einer entgeltlichen Kulturkooperation mit der Niederösterreichischen Landesausstellung. Die redaktionelle Verantwortung liegt allein bei biber.
 

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