Rettet die Welt, aber gebt uns euer Geld

26. Juni 2019

Flugzeug

Flugzeugreisen sind heutzutage noch sehr beliebt.
Flugzeugreisen sind heutzutage noch sehr beliebt, trotz der verheerenden Umweltschäden. Foto: Pexels

Einen umweltfreundlichen Lifestyle predigen und dann trotzdem in den Urlaub fliegen. Spottbillige Flugpreise, teure Bahntickets: Das dürfen wir nicht durchgehen lassen.

Check in  

Reise buchen, Koffer packen, Urlaub machen. Schnell, denn der 20-Euro-Flug boardet schon. Das Reiseziel ist egal. Ob Innsbruck oder Los Angeles – mit einem Flug ist alles erreichbar. Einfach geil. Doch Moment, haben wir nicht erst vor kurzem einen Artikel über die verheerenden Folgen des Klimawandels in unserer Instastory geteilt? Und waren wir nicht letzten Freitag auch auf der Klimademo „Fridays for Future“? Vielleicht brauchen wir vor dem Check in einen Realitycheck.

Vegane Weltenbummler?

Allein innerhalb Österreichs wurden 2018 rund 2,61 Millionen Tonnen CO2 durch den Flugverkehr ausgestoßen. Weltweit ist es auch nicht besser: Über 859 Millionen Tonnen CO2 Ausstoß verursachen Flugzeuge jährlich. Und der Trend ist steigend, denn scheinbar sind viele bereit ihren Ökolifestyle für das Fliegen zu opfern. Da hilft es auch nicht vegan zu sein, denn alle Öko-Anstrengungen werden durch eine einzige Flugreise zunichtegemacht. Hilft auch nix wenn man sich dann im Urlaub in Vietnam ausschließlich vegetarisch ernährt oder nach der Weltreise die Grünen wählt. Ja, so schaut’s aus. Weltenbummler können keine Weltretter sein, weil Fliegen ist halt scheiße für die Umwelt.

Bittere Wahrheit

Die Zahlen zum Klima sprechen für sich und deswegen gehen wir auch auf die Straße um gegen die Konsumpolitik zu protestieren. Aber wie soll man sich diese Zahlen konkret vorstellen? Die Rede ist von Tonnen. Eine Tonne entspricht 1000kg oder eben dem Inhalt von 2.000 Hafermilchpackungen. Ein Langstreckenflug ohne Rückfahrt, verursacht ein bis zwei Tonnen CO2 Emissionen pro Person. Mit Rückfahrt sind das dann also zwei bis vier Tonnen. Und jetzt ratet mal wie viel CO2 uns jährlich pro Kopf „zur Verfügung steht“ damit wir unsere Welt nicht in kürzester Zeit zerstören? 1,5 Tonnen. Der Hinflug nach Portugal verbraucht schon unser ganzes Jahresbudget an CO2 auf. Ja, die Wahrheit schmeckt eben wie eine bittere Bio-Zitrone aus Peru.

Rettet die Welt, aber gebt uns euer Geld

Ok, Fliegen ist also schlecht. Und Zugreisen ist die klimafreundlichste Alternative. Statt dem stressigen Flug nach Bangkok, entscheidet man sich also für die romantische Zugfahrt nach Rom. Aber schmecken tut mir das auch nicht so ganz. Denn Bahngesellschaften – wie Fluggesellschaften – sind auch profitorientierte Unternehmen. Die Ticketpreise steigen also mit der Nachfrage, die seit den Klimabewegungen immer größer wird.
Ein Beispiel ist die 100-prozentige Steigerung des Sommertickets der ÖBB. Diesen Sommer können Jugendliche für 69 Euro 30 Tage lang durch Österreich reisen, letztes Jahr hat es noch für 9 Wochen gereicht. Ein harter Schlag in unsere klimafreundlichen Gesichter. Doch währenddessen wirbt die ÖBB weiter mit Klimafreundlichkeit und eingespartem CO2 pro Fahrer unter dieser heuchlerischen Doppelmoral. Ganz nach dem Motto: Rettet die Welt, aber gebt uns das Geld. `

Check Out

Wir sollten nicht gezwungen sein mehr zu zahlen wenn wir was Gutes für die Erde tun.  An erster Stelle muss hier die Politik was tun und gleich danach kommen wir. Weniger fliegen, oder gar komplett auf das Fliegen verzichten, auch wenn die Flugpreise so verlockend sind. 

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