"Zum Schreiben brauche ich Atem."

31. Mai 2017

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Esra Özmen (ganz rechts) spielt in der türkisch-österreichischen Liebesgeschichte "Liebe Hoch 16" mit. (Foto: ©Nurith Wagner-Strauss)

Die türkische Wiener Rapperin Esra Özmen hat mit ihrem Wesen und ihrer Musik eine große Wirkung auf andere, obwohl sich die 26-Jährige nicht als Vorbild sieht.

biber: Warum ist Rap für dich die beste Art deine Gedanken rüberzubringen?
Esra Özmen: Ich habe mit Gedichten über Liebe, Migration und Identität begonnen, weil ich meine Erfahrungen weitergeben wollte. Da wusste ich noch nicht, wie politisch Rap ist. Ich liebe diese Form der Musik, weil sie so viel Energie und Widerstand hat und meine Worte in einer starken Art und Weise rüberbringt.

In welcher Stimmung schreibst du die besten Texte?
Wenn sich das Feuer legt und ich analysieren kann, warum ich gebrannt habe. Zum Schreiben brauche ich Atem.

Du spielst in der austrotürkischen Liebesgeschichte “Liebe hoch 16” mit.
Ja, ich spiele mich selbst: Esra, die Rapperin. Es ist ein Stück über das Zusammenleben zwischen zwei Kulturen und zeigt ein neues Wien. Ich bin in Ottakring aufgewachsen, wo alles migrantisch war: Hauptschule, Migrantenklasse, Gemeindebau. Ich hätte dieses neue Wien, wo man zusammen und nicht nebeneinander lebt, gerne gesehen.


Welche Tipps hast du an Leute, die selbst rappen wollen?
Sei das, was du auf der Bühne spürst. Und Vorsicht bei rassistischen, sexistischen und homophoben Texten: Coolheit dauert nicht lange an und grenzt andere aus. Deine Texte haben Impact. Lass andere leben.

Ihr könnt Esra von 2.-22. Juni in der austrotürkischen Ottakringer Lovestory “Liebe hoch 16” an verschiedenen Locations gratis hören und sehen.
Alle Infos und Termine unter www.wirsindwien.com  

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