Weblog von Birgit Hohlbrugger

23. Oktober 2015

Frau Innenministerin - es reicht!

Hey, kennt ihr den schon? Gibt eine Innenministerin vor laufender Kamera ein Interview und sagt: „Wichtig ist es vor allem, dass wir aus Europa eine Festung bauen". Moment mal, das ist ja gar kein Witz. Es ist auch kein böser Traum. Und tatsächlich ist mir auch so gar nicht nach Lachen zumute. Vielmehr stellen sich mir Fragen wie: Was müssen wir eigentlich noch alles ertragen? Und vor allem: Auf wen zur Hölle bezieht sich das kollektive ‚wir‘ in dieser Aussage?

06. Oktober 2015

Der Grenzzaun meiner Kindheit

Wie es sich manchmal im Leben so begibt, bin ich zurückgekehrt an den Ort meiner Kindheit, zumindest in seine Nähe. Der Schauplatz der ersten 10 Jahre meines Lebens, kaum größer als zwei oder drei Häuserblocks, und doch groß genug für eine ganze Welt. Mag sein, aus purer Nostalgie, oder aber auch aus bedrückender Faszination, nehme ich mir manchmal auch die Zeit für einen Spaziergang durch diese paar Straßen. Es scheint mir dann ein jedes Mal, als wäre die Zeit hier stehen geblieben.

21. August 2015

Christliches Abendland Version 2.0

  Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, mich aus der ewig dieselben Vorurteile wiederkauenden Flüchtlingsdebatte in den sozialen Netzwerken für eine Weile herauszunehmen, quasi Fasten für den Seelenfrieden. Doch dann stieß ich auf eine Meldung, die mich schier aus allen Wolken fallen ließ. Brandheißer Zündstoff. Als besorgte Bürgerin läuteten bei mir sofort die Alarmglocken angesichts dieses Skandals, der seinesgleichen noch eine Weile suchen wird müssen. Es geht nämlich die Mär, die Flüchtlinge in Traiskirchen hätten – wait for it – Internetzugang.

30. Juli 2015

Sevdah mit Zucker

Die gute Nachricht ist: Ich, weiblich, 30, habe die Liebe meines Lebens längst gefunden. Die weniger gute: Es handelt sich dabei nicht um einen Menschen, sondern um ein Land. Und jetzt die schlechte Nachricht: Das Land heißt Bosnien-Herzegowina. Nun gut. Die wahre Liebe ist ja nie perfekt. In meinem Fall ist sie tief melancholisch und schwer, sehnsüchtig und unersättlich, genau wie bosnischer Sevdah1 eben. Sevdah – was das genau ist? „Das kannst du nicht einfach so erklären“ hat man mir gesagt, „Sevdah musst du fühlen“.

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